Granada

In Granada angekommen liefen wir direkt zu unserem Hostel, welches nur zwei Strassen entfernt war. Granada wirkte um einiges relaxter als Managua und machte gleich einen guten Eindruck auf uns. Auch unser Hostel sah super gemütlich aus mit Hängematten und Tischchen im Innenhof. Der Mitarbeiter an der Rezeption erklärte uns auf einer Karte die Stadt und teilte uns gleich mit, in welchen Regionen wir uns nicht aufhalten sollten. Unser Zimmer war zwar klein, dafür hatten wir seit langem wieder einmal ein eigenes Badezimmer :-)

Da der Nachmittag erst begonnen hat, beschlossen wir den Markt zu besuchen. Der Markt war sehr ähnlich zu denen von Mexiko: laut, dreckig und sehr eng. Es gab unzählige Schuhe, Nüsse, Reis, Bananen, Ananas und vor allem sehr viel Hühnchen die in alle Variationen ungekühlt da lagen. Da kann einem schnell der Appetit schon einmal vergehen. Nach einem kleinen Snack in einem kleinen Restaurant gingen wir zurück ins Hostel. Es war uns zu heiss um herum zu laufen und wir mussten noch einige Reiseplanungen abschliessen. Den Abend verbrachten wir am „Strip“, eine Strasse mir ganz vielen Restaurant. Wir erkundigten uns über die Touren, welche von Granada aus angeboten wurden.

Am Donnerstag gingen wir zu einer Kirche, bei welcher man in den Glockenturm hinaufsteigen konnte. Von da aus hat man einen schönen Ausblick über die ganze Stadt, bis zum Vulkan. Nicaragua hat übrigens über 217 Vulkane, wovon einige noch aktiv sind.

Aussicht auf Granada mit Vulkan

Zuvor buchten wir bei „Leo Tours“ die Bootstour. „Leo Tours“ bietet verschiedene Ausflüge zu sehr fairen Preisen an. Granada liegt am grössten See von Zentralamerika und hat 365 kleine Inseln, welche wir mit dem Boot durchquerten. Unsere Gruppe bestand aus 12 Personen, wir wurden mit einem kleinen Bus zum See transportiert. Dort wartete ein kleines Boot auf uns, welches sich irgendwie gerade so über Wasser halten konnte :-) Wir fuhren zwischen den vielen Inseln durch, welche entweder von sehr armen oder sehr reichen Leuten bewohnt waren. Zu den reichen Inselbesitzen gehören zum Beispiel der Gründer des weltberühmten, nicaraguanischen Rums „Flor de Caña“ oder die Besitzerfamilie von „Nescafé“. Auf einer kleinen Insel hielten wir, um baden zu gehen. Da das Seewasser ziemlich giftig grün war, schauten wir nur zu. Wir sind einfach noch zu verwöhnt vom türkisfarbenen Meer in Caye Caulker. Nach einigen Minuten ging die Fahrt dann weiter zu einer Insel wo eine einheimische Familie lebt. Hier sahen wir Affen die sehr laut brüllen konnten :-) Nach dem kleinen Spaziergang gab es dann noch für alle eine Kokosnuss zum Trinken und sassen bei den Einheimischen auf deren Plastikstühlen im „Garten“. Danach ging es weiter zur „Monkey Island“. Auf dieser kleiner Insel leben vier Affen.

Inseln... Ein Affe der Monkey Island

Viktor, unser Guide, erzählte immer wieder etwas über die Geschichte oder über die Pflanzen. Die Sonne ging langsam unter und wir hatten einen wunderschönen Anblick auf den Vulkan.

Vulkan bei Sonnenuntergang

Da es immer windiger wurde, wurden auch die Wellen immer höher auf dem See, es war nur eine Frage der Zeit, bis eine Welle zu hoch für das kleine Boot ist… Keine fünf Minuten bevor der Trip fertig war, kam dann auch eine deftig Welle ins Boot :-) Zum Glück war unsere Reaktion extrem schnell und wir konnten die Digitalkamera, sowie den Rucksack noch retten, nicht alle im Boot hatten so viel Glück wie wir! Die Tour war toll und wir hatten viel Spass.

Am Abend tasteten wir uns ans nicaraguanische Essen heran und bestellten in einem Restaurant traditionelles Essen. Wir können uns an den Namen nicht mehr erinnern, da wir es nicht einmal aussprechen konnten. Ich bekam Reise mit Poulet und Rind in Blätter serviert und Emanuel Kartoffeln mit Sauerkraut und undefinierbarem, extrem harten Fleisch. Es schmeckte uns nicht wirklich :-/

mein traditionelles Essen Emanuels traditionelles Essen

Am Freitagmorgen gingen wir in das Schokoladenmuseum, welches von allen wärmstens empfohlen wurde. Da der Eintritt aber 19 USD pro Person war, beschlossen wir es da beim Frühstück zu belassen. Hier wurde ein „all you can eat“ Buffet für 6 USD angeboten und war lecker. Mit vollen Mägen liefen wir noch etwas in der Stadt rum um mehr Eindruck vom Leben der Nicaruaner zu bekommen. Man sieht sehr wenige Obdachlose. Jede und Jeder (auch Kindern!) versuchen mit irgendetwas zu verkaufen, Geld zu verdienen. Hier wird oft auch noch das Pferd als Fortbewegungsmittel genutzt. Ganze Familien (inklusive Babys) sitzen auf Rollern. Die meisten Nicaraguaner sind sehr freundlich und hilfsbereit. Obwohl Nicaragua als ärmstes Land von Zentralamerika gilt, sind die Menschen sehr gepflegt und machen einen zufriedenen Eindruck. Besonders abends putzen sich die Frauen und Männer raus. Abends kommen aber viele kleine Kindern, die sich an dich hängen und um Geld betteln. Wir haben aber erfahren, dass man denen nichts geben darf, da diese Kinder Essen und ein zu Hause haben. Deren Problem sind Drogen und Sex Geschichten, welche man mit Spenden unterstützen würde. In Nicaragua, wie auch schon in Mexiko, liegt überall Abfall am Boden. Kaum etwas konsumiert, fliegt die Verpackung zu Boden. Umweltfreundliche Abfallentsorgung ist hier kein Thema.

Granada Granada

Da wir mit „Leo Tours“ so zufrieden waren, beschlossen wir spontan uns noch für die „Night Tour“ anzumelden. Diese Tour startete um 15.00 Uhr und wir hatten wieder den gleichen Touguide, dessen Stammspruch „Yes, man!“ ist. Wir und drei Deutsche Jungs die mit in der Reisegruppe waren, wurden zuerst in die Stadt „Masaya“ gefahren, welche bekannt für den Markt und die guten Sisal Hängematten ist. Wir bekamen hier eine Stunde Zeit um uns umzusehen. Da wir sowieso nichts kaufen wollten und wir diese Touristenmärkte grausam finden, suchten wir ein Restaurant, wo wir uns ein Bierchen gönnten. Eine Stunde später fuhren wir zum „Masaya Vulcano“, ein Vulkan mit zwei Kratern. Der Vulkan ist noch immer aktiv und hatte vergangenen März den letzten Ausbruch. Es qualmte richtig viel Gas aus dem Krater und da die Sonne langsam unterging, schimmerte der Rauch rot.

Das Gas über den Vulkan

Ein Park Ranger erzählte uns, alles was man wissen muss über den Vulkan und um die Umgebung. Nach der Besichtigung der beiden Krater und nachdem wir die Aussicht auf das Tal genossen, fuhren wir ein Stück mit dem Bus zu einem Cave. Unser Guide nannte ihn „Bat Cave“, da es hier sehr viele Fledermäuse hatte. Der Cave ist durch Wasser und Lava entstanden. Mit Helm und Taschenlampe bewaffnet, liefen wir ein Stück in den Cave und der Park Ranger erzählte uns auch hierzu alles Nötige. Es war amüsant im Dunkeln mit den Fledermäusen und der Helm äussert sinnvoll, da ich mir sonst den Kopf an der niedrigen, spitzigen Decke gestossen hätte.

grinsgrins

Bei einem weiteren Cave mussten wir ruhig vor dem Eingang stehen bleiben und unsere Taschenlampen ausmachen. Kaum was das Licht aus, flogen unzählige Fledermäuse aus dem Eingang. Das sah und hörte sich lustig an. Emanuel machte im Dunkeln ein Bild mit Blick und hatte prompt eine Fledermaus erwischt :-)

Anschliessend ging es noch einmal hoch zum Krater. Es war stockfinster und kaum hatte der Guide die Türe des Autos geöffnet, zog es eine dicke Wolke Gas rein. Wir alle husteten wie verrückt und waren froh, dass wir Masken zum Atmen bekamen. Wir stiegen aus dem Auto und es brannte in den Augen und trotz der Gasmaske mussten wir immer wieder Husten – ob das gesund war? Das Highlight an der ganzen Sache war, dass wir die Lava glühen sahen. Leider konnten wir davon kein Foto machen, da die Kamera wegen des vielen Rauchs nichts fokussieren konnte. Hustend und keuchend ging es dann schnell weg mit dem kleinen Bus zurück nach Granada – Wow, das war ein Erlebnis! :-)

Nach dem wir uns kurz frisch gemacht hatten, assen wir beim Irish Pub Burger, Fish & Chips was uns sehr schmeckte. Die drei Jungs aus Deutschland kamen später dazu und wir hatten einen lustigen und bierreichen Abend zu fünft.

Granada hat uns sehr gefallen und die beiden Ausflüge rundeten den Aufenthalt sehr gut ab. Wir sind bisher sehr begeistert von Nicaragua!

Bilder: Granada

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Bye Belize – Hola Nicaragua!

Wie die Zeit vergeht… und wie es wir genossen haben auf dieser bezaubernden Insel. Wir waren definitiv nicht das letzte Mal in Caye Caulker. Eigentlich planten wir, dass wir noch etwas auf dem Festland von Belize anschauen gehen, doch da wir uns von der Insel nicht los reisen konnten und die beiden Tauchkurse einige Tage Zeit benötigten, reichte uns dafür die Zeit nicht mehr.

Wenige Tage zuvor hatten wir einen Flug von Belize City nach Managua in Nicaragua gebucht. Auch Nicaragua war ursprünglich nicht in unsere Reiseroute geplant, doch der Flug von Belize nach Nicaragua ist etwas günstiger als direkt nach San José in Costa Rica zu fliegen. So beschlossen wir uns von Nicaragua mit dem Bus hinunter nach Costa Rica zu arbeiten, so sehen wir noch etwas mehr von Zentralamerika :-)

Um 9.00 Uhr fuhren wir am Dienstag mit dem Wassertaxi von Caye Caulker nach Belize City. Von da aus nahmen wir das Taxi direkt zum Flughafen. Belize City gilt als eine der gefährlichsten Städte in Zentralamerika, sogar die Einheimischen haben sehr viel Respekt vor der Stadt und wir waren froh, als wir mit dem Taxi aus der Stadt raus waren. Für die Ausreise von Belize mussten wir unglaubliche 40 USD pro Person bezahlen, doch der Mitarbeiter am Check-In Schalter war sehr freundlich und gab uns für den ersten der beiden Flüge einen Upgrade! Von Belize City nach El Salvador durften wir 1. Klasse fliegen :-) Wir bekamen kostenlosen Rotwein, Nüsse und Orangesaft serviert und hatten sehr viel Platz zum Sitzen. Leider dauerte der Flug nur eine knappe Stunde. In El Salvador hatten wir etwa eine Stunde Aufenthalt, bevor es dann weiter nach Managua ging. Als wir dann endlich zum Flugzeug laufen durften, mussten wir erst einmal lachen. Unser Flugzeug war eine Klapperkiste mit Propellerantrieb, die Sitze waren kaum gepolstert und es hatte knapp für 50 Passagiere Platz. Beide Flüge wurden von der Taca Airline durchgeführt, der Service war genial! Obwohl auch der zweite Flug nur eine Stunde dauerte, wurden uns kleines Sandwiches, Nüsse und Getränke serviert und die Mitarbeiter waren sehr freundlich. Wir fliegen gerne wieder mit Taca!

Unser 2. Flug nach Managua...

Gegen 17.00 Uhr kamen wir in Managua an. Am Zoll mussten wir erneut 20 USD bezahlen, bekamen dafür eine Aufenthaltsgenehmigung von 30 Tagen, alles lief problemlos und sehr unkompliziert ab. Nun haben wir einen weiteren Stempel in unserem Pass :-) Wir schnappten uns ein Taxi und fuhren in die Stadt zu unserem Hostel.

Nebst das die Nationalsprache wieder Spanisch ist, wird hier in „Córdoba“ bezahlt. 100 Córdoba entsprechen knapp CHF 4.-. Obwohl Nicaragua das ärmste Land in ganz Zentralamerika ist, hat es die geringste Kriminalitätsrate und gilt als sicherer als Nordamerika und Europa! Aber auch hier muss man die Augen offen halten. Managua ist die Hauptstadt von Nicaragua und gilt, wie alle Hauptstädte in Zentralamerika, als unsicherste Stadt im ganzen Land.

Gerne wären wir mit dem Bus direkt weiter nach „Granada“ gefahren, da wir aber ungern im Dunkeln unterwegs sind, übernachteten wir in Managua. Das Hostel war sehr einfach eingerichtet, es reicht aber für eine Nacht. In Nigaragua ist es unglaublich heiss, abends um 19.00Uhr zeigt das Thermometer noch 30 Grad an und es wird in der Nacht kaum kühler als 25 Grad. In den Badezimmern gibt es ausschliesslich kaltes Wasser, jedoch ist uns das Wasser immer noch zu warm :-) Einen Busfahrplan sucht man hier vergebens. Es gibt zwar den Nicabus und den Ticabus, die beiden sind jedoch eher für längere Strecken und Grenzüberquerungen in ganz Zentralamerika spezialisiert. Durch den Besitzer vom Hostel erfuhren wir, dass unser Bus nach „Granada“ an der UCA Busstation zirka alle 20 Minuten fährt. Wir schnappten uns am nächsten Morgen das Taxi und fuhren zur UCA. Die Busstation war ein einfacher, kleiner Parkplatz am Strassenrand. Kaum waren wir ausgestiegen und noch bevor wir uns umgesehen konnten, schrie uns ein Mann ganz hektisch an: „Granada, Granada, Granada!“. Keine 5 Sekunden später kamen zwei weitere und schlussendlich schrien uns fünf Männer total nervös, hektisch, schon fast panisch an „Granada, Granada, Granada“. Wir brauchten einen kurzen Moment, um uns wieder zu sammeln, dann hielten wir uns am ersten Mann fest, er führte uns zu „seinem“ Bus und „zack“ sassen wir drin. Unsere Rucksäcke wurden vorne an der Frontscheibe deponiert.

Unsere Rucksäcke im Bus nach Granada

Wir hatten Glück, unser Bus fuhr gleich los. Die Busse in Nicaragua sind nicht mehr so komfortabel wie in Mexico. Die sogenannten  „Chicken Bus“ sind alt, verlottert, haben keine Klimaanlage und zerschlagen Scheiben. Die Türen waren bei der Fahrt meist offen und zwei Angestellte riefen laufend „Granada, Granada, Granada“ aus dem Bus. Immer wieder stiegen Leute ein oder aus. Wir holperten mit dem lauten Bus etwa eine Stunde nach Granada. Ich denke, wir haben nun das Bussystem hier verstanden :-) Ach ja: Die Busfahrt hatte uns gerademal 44 Córdoba gekostet, also etwa CHF 1.75 ;)

Bilder: Granada

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